Jean Etienne Aebi
CH, geboren 1945
Jean Etienne Aebi
* 1945 in Lausanne

ab 1976selbstständige Tätigkeit als Creative Consultant
1982Gründung der Werbeagentur Aebi & Partner AG in Zürich
1988–1994Fusion zur Agentur Aebi, Suter, Gisler, Studer/BBDO, ab 1992 Aebi/BBDO als Partner des weltweiten BBDO-Netzwerks
1994Management-Buyout und Neustart als Agentur Aebi, Strebel gemeinsam mit Diana Strebel
1998Zusammenschluss zur Agentur Publicis, Farner, Aebi, Strebel, für die Aebi als Chief Creative Officer tätig ist
ab 2004unabhängiger Creative Consultant, u.a. für Hauptkunden der bisherigen Agentur (nun umfirmiert in Publicis)
seit 2009Aebi widmet sich vor allem der freien Kunst

Jean Etienne Aebi absolvierte den Abschluss in Visueller Kommunikation und Grafikdesign an der Schule für Gestaltung (heute Teil der ZHdK) Zürich. Wie nur wenige kennt Aebi das Werbegeschäft von allen Seiten: In seiner über vierzigjährigen, zum Teil internationalen Praxis war er als Kreativer (Art Director, Texter, TV-Producer, Creative Director), Berater, Stratege und Geschäftsführer tätig. 1976 machte sich Aebi als Creative Consultant selbstständig, 1982 gründete er die Werbeagentur Aebi & Partner, die innerhalb weniger Jahre eine der führenden Agenturen der Schweiz wurde. Aebi wurde Partner des Netzwerks der weltweit agierenden Werbe- und Marketingagentur BBDO, 1988 folgte die Fusion zur Agentur Aebi, Suter, Gisler, Studer/BBDO, später Aebi/BBDO. Nach dem Management-Buyout startete Aebi 1994 neu mit der Agentur Aebi, Strebel, Partnerin war Diana Strebel (* 1960). 1998 schliesslich folgte der Zusammenschluss zur kreativ und wirtschaftlich führenden Kommunikationsagentur Publicis, Farner, Aebi, Strebel, für die Aebi bis 2004 als Chief Creative Officer arbeitete. Danach war Aebi wieder unabhängiger Consultant und Experte für Markenführung und Branded Entertainment. Viele sogenannte Kultkampagnen tragen Aebis Handschrift: Die Kampagnen für Toni Joghurt, Die Mobiliar und den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) sind alles durchwegs Gewinner des Effie in Gold, einem Preis für Marketing-Kommunikation. 1981 ging der Toni Milchverband Winterthur mit einem überraschend neuen Auftritt für Toni Joghurt in die Offensive, mit dem Toni zur Leitmarke wurde und seinen Wiedererkennungswert weiter steigerte. Die Kampagne von Aebi & Partner setzte auf den Slogan “Das im Glas“ und auf Motivvariationen des Glases mit Überraschungseffekt. Die Kampagne mit ihrer langfristigen, nachhaltigen Wirkung war in der Schweiz der 1980er-Jahre eine der ersten mit diesem Effekt. Sie wurde bald zum populären Kulturgut, die Anzeigen wurden gesammelt, Tausende ihrer Liebhaber schlugen selbst neue Inseratmotive vor. 1998 begann der langjährige Erfolgszug der Kampagne “Ein Ticket für alles. ZVV. Richtig verkehrt“ für den Zürcher Verkehrsverbund, für deren alleinstellende Idee und ihre Umsetzung Aebi verantwortlich war. Der Slogan wurde zum geflügelten Wort. Für die Versicherung Mobiliar entwarf Aebi ab 1997 über elf Jahre lang verschiedene Schadensskizzen “Liebe Mobiliar ... “: Die auf kariertem Papier gefertigten humorvollen Zeichnungen von Unfallhergängen erwiesen sich als überaus nachhaltig. Weltbekannt wurde auch die Anzeigenserie “Personalities“ für Vitra, die heute unter anderem im Museum of Modern Art in New York hängt. Die Kampagne setzte – so wie Vitra auf die weltbesten Designer setzt – auf das Stilbewusstsein führender Persönlichkeiten. Weit über 100 Menschen, darunter Billy Wilder, Yehudi Menuhin und Grace Jones, liessen sich dafür auf einem der Sessel von Vitra ablichten. Aebi ist einer der meistausgezeichneten Kreativen: Unter anderem erhielt er die Auszeichnung Werbemann des Jahres in der Schweiz (1985) und Deutschland (1986) sowie die Goldmedaille For Services to Advertising des europäischen Agenturverbands. Aebi war Mitglied in den Jurys aller namhaften Kreativwettbewerbe wie auch in den Vorständen des Art Directors Club of Europe, des Branchenverbands der Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW) sowie zweimal Präsident des ADC Schweiz. Als Dozent gab er sein Wissen unter anderem an den Universitäten St. Gallen und Luzern, an der HWZ Zürich, der Hochschule für Gestaltung und Kunst, der ADC/BSW Kreativschule, am Schweizerischen Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation (SAWI) und dem European Creative Communications Congress weiter. Quintessenz seiner Erfahrungen, kritischen Analyse und Praxistipps ist die Publikation “Einfall oder Abfall“. “Was Werbung warum erfolgreicher macht“ (2003), die sich schnell als Standardwerk etablierte. Daneben fand Aebi immer wieder zurück zu seinen Wurzeln als Gestalter – im Design wie auch in der künstlerischen Arbeit. Heute ist Aebi als Kunstschaffender tätig.

Quellen:
CV von Jean Etienne Aebi
Aebi, Jean Etienne, “Einfall oder Abfall. Was Werbung warum erfolgreicher macht“, Mainz 2003
Junod, Barbara, “Was zeichnet eine Kultkampagne aus?“, in: Brändle, Christian u.a. (Hg.), “100 Jahre Schweizer Grafik“, Zürich 2014



Foto: Christian Scholz
andere Namen:
Abkürzung/Namenskurzform:ASGS/BBDO, Zürich, CH
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