ag möbelfabrik horgenglarus, Glarus, CH
gegründet 1902
Firmengeschichte
1880
Gründung der späteren Möbelmanufaktur Horgenglarus in Horgen durch Emil Baumann

1902
Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft; Gründung des Werkstandorts Glarus

1918
Produktion des Stuhls 10 S (heute: Classic)

1925
Präsentation des Modells 1224 im Pavillon de l’Esprit Nouveau von Le Corbusier auf der Exposition Internationale des Arts Décoratifs in Paris

1926–1946
Ernst Anton Kadler-Vögeli ist Direktor des Unternehmens

1948
Schliessung des Standorts in Horgen

1999–2012
Geschäftsführung durch Markus Landolt

seit 2012Geschäftsführung durch Marco Wenger

Horgenglarus ist die älteste Stuhl‐ und Tischmanufaktur der Schweiz mit Sitz in Glarus. Die Bezeichnung horgenglarus (Eigenschreibweise: ag möbelfabrik horgenglarus) leitet sich vom Namen des ursprünglichen Unternehmenssitzes in Horgen bei Zürich und der Standorterweiterung nach Glarus im Jahr 1902 ab. Das Unternehmen wurde 1880 von Emil Baumann als Handwerksbetrieb gegründet, dessen Produktion vor allem Kindermöbel, Stühle und Tische umfasste. Zur Jahrhundertwende entstand in Deutschland und Österreich die Bugholztechnik, bei der das Holz in heissem Wasserdampf geschmeidig gemacht, in Form gebogen und über mehrere Tage getrocknet wird. Die Technik war revolutionär und bot einen ergänzenden Produktionsweg neben der traditionellen Tischlerarbeit. Emil Baumann griff diese Verarbeitungsmethode auf und entwickelte sie in der Schweiz weiter. Sein Betrieb war der einzige in der Schweiz, der die Bugholztechnik zu der Zeit beherrschte. Als die Firma 1902 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, beschäftigte sie rund 120 Mitarbeiter. Am neu gegründeten Standort Glarus erfolgte fortan die Fabrikation von Möbeln aus gebogenem Holz, während der Horgener Betrieb sich auf gesägte Stühle spezialisierte. 1918 wurde erstmals der Stuhl 10 S (heute: Classic) produziert, der noch heute hergestellt wird. Le Corbusier stellte 1925 in seinem Pavillon de LʼEsprit Nouveau auf der Exposition Internationale des Arts Nouveau in Paris die Möbel von Horgenglarus als repräsentative Beispiele für eine zeitgemässe und zukunftsweisende Auffassung von Möbeldesign vor. Von 1926 bis 1946 war Ernst Anton Kadler‐Vögeli Direktor des Unternehmens. Er spielte eine wesentliche Rolle in der Zusammenarbeit mit Gestaltern wie Max Ernst Haefeli und Werner Max Moser und später Max Bill und Hans Bellmann. Der Zweite Weltkrieg machte dann eine Zusammenlegung der beiden Standorte notwendig, 1948 wurde der Standort in Horgen geschlossen. Heute produziert das Unternehmen seine Möbel noch immer traditionell auf fast 100 Jahre alten Maschinen, jedoch unterstützt von einer fünfachsigen CNC-gesteuerten Produktionsanlage. Horgenglarus arbeitet eng mit einer Reihe bekannter Designer zusammen, Architekten wie Herzog & de Meuron, David Chipperfield und Max Dudler setzen in ihren Projekten Stühle von Horgenglarus ein. Allen Stühlen von Horgenglarus sind die Verwendung nachhaltiger Materialien und eine solide Verarbeitung gemeinsam. Nach einer wirtschaftlichen Krise in den 1990er-Jahren wurde das Unternehmen umfassend saniert. Seit Oktober 2012 führt Marco Wenger die Firma.

Quelle:
Informationen von Marco Wenger, Geschäftsführer von Horgenglarus, sowie Walter Knöpfel, Archiv Horgenglarus

Foto: Karl Fülscher
Quelle: Archiv horgenglarus
andere Namen:
Abkürzung/Namenskurzform:Horgenglarus, Glarus, CHvorheriger Name:AG Möbelfabrik Horgen-Glarus, Glarus, CHMöbelmanufaktur Horgenglarus, Horgen, CH
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